11 Aug

Kirchliche Soziallehre: Das bestgehütete Geheimnis der Kirche

Prekäre Jobs, sinkende Renten und wachsende Ungleichheit sind drängende Probleme in unserer Gesellschaft. Auch die von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn im Frühjahr angestoßene Debatte über „Hartz 4“ provozierte die Frage, wie sozial und wie gerecht es in Deutschland eigentlich zugeht. Zu dieser Frage nach mehr sozialer Gerechtigkeit hat die katholische Soziallehre einiges zu sagen.

Beitrag in „Kontakte“ – Pfarrbrief des Seelsorgebereichs Königswinter-Tal 2/2018. PDF-Download hier.

03 Aug

Barmherzige Rentenversicherung?

„Und so landete ich bei Sozialhilfe“ – dieser Satz schockierte das junge Publikum. Vor ihnen sprach ein mehrfacher Vater, der plötzlich schwer an Krebs erkrankt ist. Er konnte seiner Arbeit fortan nicht mehr nachgehen. Für den Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung reichte die Gesundheit vorher schon nicht, bei der gesetzlichen Erwerbsminderungsrente jetzt das Geld nicht – unverschuldet rutsche er mitsamt seiner Familie auf Sozialhilfeniveau ab. Einzelschicksale wie diese lässt Christen nach Barmherzigkeit fragen. Wie barmherzig kann aber eine staatliche Institution sein? Konkreter: Wie barmherzig ist die gesetzliche Rentenversicherung im Umgang mit den 1,8 Millionen Menschen, die aufgrund von Krankheit erwerbsgemindert sind?

Beitrag im Rahmen der wirtschaftsethischen Kolumne der KSZ in der Tagespost vom 02.08.2018.

03 Aug

Leitsatz 12: Arbeit als sittlicher Wert

Der deutsche Sozialstaat und die Soziale Marktwirtschaft sind seit der Nachkriegszeit maßgeblich von den Maximen der Katholischen Soziallehre mitgeprägt worden. In dem von Christoph Klausing herausgegebenen Band „Die Kölner Leitsätze 1945 und heute. Eine Suche nach dem Markenkern der Christdemokratie“ spielt die christlich-sozialethische Prägung besagter Leitsätze aus der Gründungszeit der Christlich Demokratischen Union ebenfalls eine hervorgehobene Rolle. In meinem gemeinsam mit Gabriel Rolfes verfassten Beitrag „Leitsatz 12: Arbeit als sittlicher Wert“ geht es um zentrale Aussagen der Katholischen Soziallehre mit Fokus auf der menschlichen Arbeit.

Das Buch kann hier beim LIT Verlag erworben werden.

27 Jul

Die Volkswirtschaft nimmt Schaden

„Wenn seelische Krankheit zum Makel wird“ – unter diesem Titel hielt am 12. Juli Professor Jochen Sautermeister, der Moraltheologie an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Bonner Universität lehrt, die diesjährige Höffner-Vorlesung. Die Veranstaltung wird von der Joseph Höffner-Gesellschaft durchgeführt, die sich zur Aufgabe gemacht hat, das wissenschaftliche Werk des ehemaligen Kölner Erzbischofs zu pflegen und dessen Relevanz für aktuelle Probleme aufzuzeigen.

Ein Beitrag in der Tagespost vom 26.07.2018.

22 Jul

Interreligiöser Dialog – was eint Christen und Muslime in gesellschaftlichen Fragen?

Es ist eine unendliche und raue Debatte: Passt der Islam zum christlich geprägten Europa? Hier soll der Blick einmal ganz unaufgeregt darauf gelegt werden, was die beiden Weltreligionen Christentum und Islam in sozialethischen Fragen gemeinsam haben. Es ist Plädoyer für ein Zusammenwirken der Anhänger beider Religionen bei der Suche nach Lösungen für gesellschaftliche Probleme.

Ein Beitrag im Online-Magazin f1rstlife vom 22.07.2018.

20 Jul

Christentum und Buddhismus

Wie können Katholikinnen und Katholiken mit praktizierenden Buddhistinnen und Buddhisten ins Gespräch kommen? Das Grunddokument der katholischen Kirche zum Dialog mit den nichtchristlichen Religionen ist die Erklärung des Zweiten Vatikanischen Konzils Nostra Aetate. Darin hielten die Konzilsväter erstmalig fest, die Kirche lehne „nichts von alledem ab, was in diesen Religionen wahr und heilig ist.”

Ein Beitrag im AusZeit-Blog des Erzbistums Köln vom 20.07.2018.

22 Jun

Vermögensbildung in Arbeitnehmerhand: Mehr Aktien wagen in der Vermögens- und Altersvorsorgepolitik

Bereits Papst Pius XI. forderte in seiner Sozialenzyklika „Quadragesimo anno (QA)“ im Jahr 1931, dass Wirtschaftserfolge sowie -gewinne auch „zu Mitbesitz oder Mitverwaltung oder zu irgendeiner Art Gewinnbeteiligung (QA 65)“ für Lohnempfänger führen solle. Das damit angestrebte Ziel ist bis heute in einer immer älter werdenden Gesellschaft aktuell.

Ein Beitrag in der Kirchenzeitung Köln, Ausgabe vom 22.06.2018. PDF-Download: hier.

 

 

30 Mai

Gerechtigkeit schaffen

Es ist Montagabend, Berufsverkehrszeit. Ein Auto nach dem anderen rauscht dem alten Mann an der Nase vorbei. Seine Arme klammern sich straff, wenn auch leicht zitternd an den Griffen seines Rollators. Nur ein weißer Streifen trennt ihn von der Fahrbahn. Immer mal wieder verschwindet dieser kurzzeitig unter Autoreifen, wenn ein Fahrzeug aus der Bahn rutscht. „Man hat Angst hier mit Rollator entlang zu gehen“. Er hat jedoch keine andere Wahl, denn sein Seniorenheim liegt direkt an dieser Straße. „Eigentlich ist hier Tempo 30, aber die meisten fahren schneller.“ Ich bin über 65 Jahre jünger als er und habe als Student eine ganz andere Lebenswelt. Trotzdem ist mir sein Anliegen jetzt wichtig, denn es ist mein Auftrag.

Ein Beitrag im AusZeit-Blog des Erzbistums Köln vom 29.05.2018.