07 Jan

Zur Aktualität der katholischen Soziallehre

In den Vereinigten Staaten wird die Soziallehre der katholischen Kirche gerne als „the church’s best kept secret“, als das „best gehütetste Geheimnis der Kirche“ bezeichnet. Und tatsächlich hatte die Soziallehre in den USA nie die gesellschaftliche und politische Bedeutung wie in Deutschland. Dank ihres anti-ideologischen Charakters und ihrer Orientierung an aktuellen Zeitfragen kann die Soziallehre auch heute und auch Nichtchristen Impulse und Provokationen für eine gerechte Gestaltung der Gesellschaft anbieten.

Beitrag im Magazin der Grünen Reihe vom 07.01.2020.

19 Dez

Jesus und das Stigma seelischer Leiden

Es ist ein Zeichen gegen das Stigma: James Conley, der Bischof von Lincoln, bekannte sich jüngst offen zu seiner psychischen Erkrankung und nimmt eine Auszeit. Wie ihm geht es vielen Menschen. Psychische Erkrankungen werden immer häufiger diagnostiziert, Menschen scheiden wegen seelischer Leiden öfter denn je zeitweilig oder ganz aus dem Arbeitsleben aus. Verstärkt wird das Leiden der Betroffenen und ihrer Angehörigen durch die Erfahrung von Stigmatisierung als einer „zweiten Krankheit“.

Ein Beitrag im AusZeit-Blog des Erzbistums Köln vom 19.12.2019.

18 Dez

Außerhalb der Schöpfung kein Heil: Das Stöhnen der Erde wahrnehmen

Die Menschen konnten durch die methodisch geleitete Vernunft der Naturwissenschaften seit der Zeit der Aufklärung viele Geheimnisse der Welt aufdecken und zahlreiche technische Errungenschaften hervorbringen, die das Leben der Menschen für vorhergehende Generationen unvorstellbar verbessert haben. Nicht jeder dachte und
denkt daher wie Max Planck: Der bahnbrechende Erfolg der Naturwissenschaften bei der Welterklärung und Weltaneignung drängte die Religion, drängte den christlichen Schöpfungsglauben zunächst in die Defensive. Angesichts der Klimakrise und der menschlichen Ausbeutung des Planeten durch die naturwissenschaftlich gegründete Technik gerät derzeit jedoch vielmehr die Schöpfung selbst in die Defensive.

Kolumne 4 vor 12 in der KKV-Verbandszeitschrift „Neue Mitte“ Ausgabe 4/2019.

29 Nov

Gerecht gestaltete Steuerreformen

Es gibt etwas zu feiern, was kaum gefeiert wird: 100 Jahre „Erzbergersche Steuer- und Finanzreformen“ 1919/20. Sie haben das deutsche Steuersystem zentralisiert, das so im Wesentlichen bis heute besteht. Die „Systemfrage“ wird daher aktuell kaum mehr gestellt; die Große Koalition forciert auch nur ein steuerliches Minimalprogramm – jedoch mit höchst gerechtigkeitsrelevanten Themen wie die Abschaffung des „Soli“ oder die Einführung einer Aktiensteuer.

Beitrag im Rahmen der wirtschaftsethischen Kolumne der KSZ in der Tagespost vom 28.11.2019.

15 Nov

Wie funktioniert ganzheitliche Ökologie heute?

Digitaltechnische Innovation und ökologische Transformation: Diese beiden aktuellen „Megatrends“ wurden auf der Konferenz „Integrale Ökologie im Digitalzeitalter“ am 8. und 9. November an der Hochschule für Philosophie der Jesuiten in München zusammengeführt und diskutiert.

Ein Beitrag im AusZeit-Blog des Erzbistums Köln vom 14.11.2019.

31 Okt

„Gefährdet der Rechtspopulismus unseren Sozialstaat?“

Der Rechtspopulismus mit seinem fließenden Übergang zum Rechtsextremismus
hält Politik und Medien in diesem Jahr ganz schön auf Trab. Ein wichtiger Identitätsmarker von Parteien des rechten bis rechtspopulistischen Spektrums ist die Werbung für Schlankheitskuren für den vermeintlich zu fett gewordenen Sozialstaat sowie weiteres „neoliberales“ Gedankengut. Das Beispiel AfD dagegen zeigt: Die Partei, die einst als Interessensvertretung wirtschaftsliberaler Professoren angefangen hatte, profiliert sich heute rund um Höcke deutlich „national-sozialstaatlicher“.

Beitrag in der KKV-Verbandszeitschrift „Neue Mitte“ Ausgabe 3/2019.

05 Okt

Vermögensbildung in Arbeitnehmerhand: Zur Aktualität eines traditionellen Konzepts der katholischen Soziallehre

Die aktuelle gesellschaftliche Relevanz und der sozialethische Orientierungsbedarf auf dem Feld der Vermögensbildung zur privaten Vorsorge spiegeln sich in den anhaltenden Debatten um zukünftige Altersarmut. Die von Friedrich Merz Ende letzten Jahres, wenngleich aus zu Recht vielkritisiertem durchsichtigem Eigeninteresse, angestoßene Diskussion um den Stellenwert der Aktie in der Altersvorsorge ist dagegen leider viel zu schnell wieder abgeebbt. Gemäß der griffigen Formel Vermögensbildung in Arbeitnehmerhand von Oswald von Nell-Breuning SJ, dem Nestor der katholischen Soziallehre, muss die Vermögenspolitik und die Etablierung einer Aktienkultur wieder stärker in den Fokus politischer Debatten, so die zentrale These dieses Heftes.

Heft 30 der Königswinterer Notizen, herausgegeben von der Stiftung Christlich-Soziale Politik (CSP).

27 Sep

Rezension: Dagmar Hoffmann, Rainer Winter: Mediensoziologie

Trotz der großen Bedeutung der Medien in der heutigen Gesellschaft, werden für viele Menschen kommunikationswissenschaftliche und mediensoziologische Forschungen – nach Auffassung der Herausgeber des vorliegenden Handbuchs – in der allgemeinen Soziologie zu wenig rezipiert. Ziel dieses Werkes ist es daher, die mediensoziologische Perspektive auf Medien und Kommunikation (S. 9) in systematischer Weise innerhalb wie außerhalb der Soziologie zur Geltung zu bringen und somit ausgewählte Perspektiven, Themen, Methoden und Ergebnisse des Faches vorzustellen (S. 11).

Rezension auf socialnet.de vom 27.09.2019.

08 Sep

Journalismus, Massenmedien und Gemeinwohl

Angesichts des konstanten Bedarfs an Öffentlichkeit und an Orientierung in den hochgradig komplexen Gesellschaften unserer Zeit hat bisher noch keine Medienentwicklung den klassischen Journalistenberuf zum Verschwinden gebracht. Trotzdem ringt der professionelle Journalismus – und muss er ringen – um seine Rolle für Publikum und Gesellschaft sowie um die Frage nach publizistischer Verantwortung. Und zu dieser Frage hat auch das Christentum als eine Religion der Sprache etwas zu sagen.

Ein Beitrag in der Kirchenzeitung Köln, Ausgabe vom 06.09.2019. PDF-Download: hier

02 Sep

Gerechter Frieden aus christlicher Perspektive

„Nichts ist verloren mit einem Frieden, aber alles kann es sein mit einem Kriege“, sagte Papst Pius XII. in seiner Rundfunkbotschaft vom 24. August 1939 nur wenige Tage vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs, der jetzt 80 Jahre her ist. Dieser Beitrag stellt aus diesem Anlass die Grundzüge christlicher Friedensethik vor.

Ein Beitrag im AusZeit-Blog des Erzbistums Köln vom 02.09.2019.

 

09 Aug

Geld, Glück und Klimaschutz

Statt ein Leben voller Dinge verheißt der Glaube an Jesus Christus ein Leben in Fülle. Der homo oeconomicus strebt nach Nutzenmaximierung, der homo christianus nach Liebesmaximierung, und das im besten Falle verbunden mit den wünschenswerten Nebenfolgen eines höheren Lebensglücks sowie der notwendigen Sensibilisierung für das Stöhnen der überlasteten Erde.

Beitrag im Rahmen der wirtschaftsethischen Kolumne der KSZ in der Tagespost vom 08.08.2019.