Sozialethiker

Profil:

Das Streben nach neuen Erkenntnissen lässt mich nicht mehr los. Seit meinem Studium der Katholischen Theologie an der Universität Bonn ist mir Wissenschaft zur Leidenschaft geworden. Wie Goethes Faust zu erkunden, „was die Welt im Innersten zusammenhält“, ist meine Motivation. Aus diesem Grund habe ich mir damals als Studienfach die Katholische Theologie als der Wissenschaft vom Ganzen der Wirklichkeit aus der Perspektive des christlichen Glaubens gewählt.

Mein Heimatfach innerhalb der Theologie ist die Christliche Sozialethik. Diese fragt nach der gerechten Gestaltung der Gesellschaft und ihrer Institutionen auf der Grundlage des christlichen Glaubens und des interdisziplinären Austauschs. Theologische Sozialethik ist somit ein originärer Ort der Gottesrede mit Blick auf die Gestaltung gesellschaftlicher Strukturen. Sie versteht das mit allen Menschen guten Willens unabhängig von ihrer religiösen Überzeugung geteilte Streben nach Gerechtigkeit als Glaubenspraxis.

Hinsichtlich der Bereichsethiken liegen meine Forschungsschwerpunkte auf den Feldern der Medien-, Umwelt-, Migrations- und Wirtschaftsethik sowie in der Ethik der Alterssicherung. Auf der Basis eines Verständnisses christlicher Sozialethik als öffentliche Theologie arbeite ich überdies an Grundlegungsfragen des Faches.

Christlich-sozialethische Forschung gelingt nach meinem Verständnis nur in konsequenter interdisziplinärer Offenheit: Die christliche Sozialethik steht nicht nur im Dialog mit den verwandten Disziplinen der philosophischen Ethik, der Soziologie, Politik-, Kommunikations- und Wirtschaftswissenschaften – sie ist vielmehr geradezu auf deren Perspektiven angewiesen, um zu fundierten und gesellschaftlich relevanten Erkenntnissen zu gelangen.

Derzeit arbeite ich zum einen als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Seminar für Christliche Gesellschaftslehre der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Bonn.

Zum anderen bin ich seit Februar 2018 hauptberuflich Wissenschaftlicher Referent der Katholischen Sozialwissenschaftlichen Zentralstelle (KSZ) in Mönchengladbach.


Publikationen:

Meine aktuelle fachliche Publikationsliste ist hier einsehbar.

Über meine Vortragstätigkeiten erfahren Sie hier.

 

Europa, Flüchtlinge und die Aneignung des Fremden

13471-4.dviDurch die Flüchtlingsbewegung steht Europa vor der Zerreißprobe. An ihr hat sich eine neue Debatte um den Stellenwert des Islam in Europa entzündet. Wie kann es Europa gelingen, seine Identität zu wahren und zugleich offen gegenüber den Fremden zu sein? Rémi Bragues Konzept der römischen Identität Europas wird als Inspiration für ein Europabild ausgewertet, das nicht durch Abgrenzung gegenüber Flüchtlingen und dem Islam definiert wird. Es gehört vielmehr von Beginn an zum christlich geprägten Europa, sich dem Fremden gegenüber zu öffnen und sich bereichern zu lassen. Auf der Grundlage dieses Europabildes werden daher Grundzüge einer christlichen Migrationsethik entworfen.

Im Oktober 2016 erhielt ich für meine Arbeit von meiner Bonner Katholisch-Theologischen Fakultät den Fakultätspreis für die beste Abschlussarbeit des theologischen Studiums.

Das Buch ist unter dem Titel „Europa, Flüchtlinge und die Aneignung des Fremden. Eine christlich-sozialethische Analyse auf der Grundlage des Europabildes Rémi Bragues“ in der Reihe Forum Religion & Sozialkultur Abt. B: Profile und Projekte im LIT Verlag erschienen.

Bestellmöglichkeit beim LIT Verlag