„… neue Leitbilder für den Fortschritt“ (LS 194): Bericht über das 28. Forum Sozialethik
Die Christliche Sozialethik forscht zu aktuellen sozialen und politischen Herausforderungen in globaler Perspektive und interdisziplinärer Offenheit, wie zuletzt die Arbeitsgemeinschaft der Sozialethiker/innen mit ihrem Positionspapier zur Bedeutung
Christlicher Sozialethik für Gesellschaft, Universität, Theologie und Kirche hervorgehoben hat. Wie eine solche Reflexion beispielhaft aussehen kann,bezeugten die Nachwuchswissenschaftler/innen des Forums Sozialethik 2018.
Bericht dazu für das Jahrbuch für Christliche Sozialwissenschaften 60/2019 aus dem Pre-Print-Bereich.


Der Klimawandel ist dank der Fridays for Future-Bewegung derzeit wieder ganz oben auf der medialen Agenda. Die Gelbwestenbewegung aber bezeugt, dass Klimaschutz nach den Kardinalstugenden der Klugheit und der Gerechtigkeit politisch umgesetzt werden sollte. Dazu gehört insbesondere, dass es nicht die ärmeren Haushalte sind, die etwa durch die Erhöhung von Strom- und Benzinsteuern proportional am stärksten belastet werden. Papst Franziskus betont nämlich zu Recht, „dass ein wirklich ökologischer Ansatz sich immer in einen sozialen Ansatz verwandelt, der die Gerechtigkeit in die Umweltdiskussionen aufnehmen muss“ (Laudato sí, 49).
Dauerbaustellen sind nicht nur die gesetzliche Rente und Riester, auch die betriebliche Säule der Alterssicherung (BAV) gehört dazu. Dabei kann in Zeiten einer wachsenden Angst vor Altersarmut eine überwiegend bis ausschließlich vom Arbeitgeber finanzierte Betriebsrente ein attraktiver Benefit für Mitarbeiter sein und diese langfristig binden. Allerdings steht diese zweite der drei Säulen des deutschen Alterssicherungssystems vor zwei großen Problemen.