30 Mai

Gerechtigkeit schaffen

Es ist Montagabend, Berufsverkehrszeit. Ein Auto nach dem anderen rauscht dem alten Mann an der Nase vorbei. Seine Arme klammern sich straff, wenn auch leicht zitternd an den Griffen seines Rollators. Nur ein weißer Streifen trennt ihn von der Fahrbahn. Immer mal wieder verschwindet dieser kurzzeitig unter Autoreifen, wenn ein Fahrzeug aus der Bahn rutscht. „Man hat Angst hier mit Rollator entlang zu gehen“. Er hat jedoch keine andere Wahl, denn sein Seniorenheim liegt direkt an dieser Straße. „Eigentlich ist hier Tempo 30, aber die meisten fahren schneller.“ Ich bin über 65 Jahre jünger als er und habe als Student eine ganz andere Lebenswelt. Trotzdem ist mir sein Anliegen jetzt wichtig, denn es ist mein Auftrag.

Ein Beitrag im AusZeit-Blog des Erzbistums Köln vom 29.05.2018.

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